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Tattoo Pflege: was wirklich zählt — vor, während und nach der Heilung

Ich sage es gerne direkt: Die schönsten Tattoos, die ich je ruiniert gesehen habe, sind nicht im Studio ruiniert worden. Sie sind in den zwei Wochen danach kaputt gegangen. Schlechte Vorbereitung, falsches Verhalten nach der Sitzung — oder einfach keine Pflege, sobald das Tattoo geheilt aussah.

Also reden wir darüber. Ehrlich, von Anfang bis Ende.

Phase 1 — Vor der Sitzung

Das ist die Phase, über die am wenigsten geschrieben wird — und die ich in meiner Praxis als eine der wichtigsten erlebe.

Trink genug Wasser. Klingt banal, macht aber einen echten Unterschied: Gut hydrierte Haut nimmt Farbe gleichmäßiger an, reagiert ruhiger auf den Stich und blutet weniger. In meiner Erfahrung als Tattoo Artistin in München schätze ich das auf mindestens 10% bessere Qualität — allein durch Wasser.

Iss ordentlich vor der Session. Eine vollständige Mahlzeit mit Kohlenhydraten und etwas Zucker hält deinen Blutzucker stabil. Das bedeutet weniger Zittern, weniger Blutung — und du kannst stillsitzen, was für die Präzision der Linien direkt wichtig ist.

Kein Alkohol — mindestens 24 Stunden vorher. Alkohol verdünnt das Blut. Das bedeutet: die Farbe wird buchstäblich aus dem Stich herausgewaschen. Konturen können verlaufen — und das sieht man.

Gleiches gilt für Medikamente, die deinen Blutdruck oder deine Blutgerinnung beeinflussen. Im Zweifelsfall vorher ansprechen.

Phase 2 — Die ersten Tage

Nach der Sitzung gibt es zwei Wege — je nachdem, was dein Künstler verwendet.

Weg 1 — SecondSkin-Folie (4–5 Tage): Die Folie bleibt auf dem Tattoo und schützt es komplett. Du wirst sehen, wie sich darunter Plasma und etwas Farbe sammeln — das sieht aus wie ein kleiner Smoothie und ist vollkommen normal. Das ist Lymphflüssigkeit, die der Körper produziert, um die Wunde zu heilen. Nach 4–5 Tagen: Folie vorsichtig unter warmem Wasser ablösen, nicht reißen. Danach eincremen — und das Tattoo gilt im Grunde als geheilt.

Weg 2 — Klassische Abdeckung (gleicher Tag): Zuhause Verband abnehmen, unter lauwarmem Wasser mit milder Seife abwaschen. Du wirst erschrecken, wie viel Blut und Farbe herauskommt — das ist normal. Trockentupfen, sofort Bepanthen auftragen. Die ersten zwei Nächte das Tattoo mit einem frischen Verband abdecken, damit du das Bett nicht verfärbst. Danach: regelmäßig cremen, regelmäßig waschen — und nie austrocknen lassen.

Bei 1–2% der Kunden reagiert die Haut auf die SecondSkin-Folie. Wenn sich die Haut seltsam anfühlt oder die Folie sich löst — einfach abnehmen und Kisha schreiben.

Die Schorfphase

Nach 2–3 Tagen beginnt das Tattoo zu schuppen und zu jucken. Das ist Heilung — kein Grund zur Panik.

Die goldene Regel: nicht kratzen. Stattdessen leicht auf das Tattoo klopfen — wie eine sanfte, liebevolle Strafe für das Jucken. Klingt merkwürdig, hilft aber wirklich. Schorf niemals abreißen. Darunter ist Farbe — die geht mit dem Schorf verloren, wenn man zieht.

Haustiere fernhalten. Ja, ernst gemeint — kein Fell auf dem frischen Tattoo.

Wenn du Entzündungszeichen siehst — Rötung, Wärme, Schwellung nach Tag drei — schreib Kisha. Schick ein Foto. Besser einmal zu oft fragen als einmal zu wenig.

Phase 3 — Langzeitpflege

Hier wird's einfach. Dein Tattoo ist verheilt — und du brauchst eigentlich nur zwei Dinge.

Sonnencreme: SPF 50 auf jedes Tattoo, das Sonne abbekommt. UV-Strahlen verblassen Farbe schneller als alles andere. Das gilt nicht nur im Sommer — sondern das ganze Jahr.

Reibungsschutz: Wenn dein Tattoo an Ellenbogen, Knien, Knöcheln oder Rippen sitzt — kleid es ab, wenn du weißt, dass es reiben wird.

Das war's. Kein kompliziertes Ritual. Cremen, Sonne schützen, nicht kratzen.

Für die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Produktempfehlungen: Tattoo Aftercare Guide →

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